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«Der Rhein eine Grenze? Immer wieder müssen wir diese
Frage stellen – denn sie ist DIE Frage schlechthin.
Für viele bedeutende Geister und bedeutende Völker ist sie aufgrund jahrelanger Kämpfe geradezu eine Obsession geworden...
Der Rhein gibt sich nicht damit zufrieden, eine Grenze zu sein,
also etwas, das abseits, am äußersten Rand liegt: wie
ein Saum oder irgendein Graben...
Er will vielmehr Schmelztiegel sein.
Aber sein Gold und der Quarzkies, der es ihm zuträgt, findet er nicht an Ort und Stelle, in situ, sondern nur auf seinen Reisen.
Für seinen Wohlstand braucht der rheinische Schmelztiegel Mineralien
von überall her... Der Geist des Rheins war ein europäischer:
'vergénie du Rhin, génie europénne... '
Diese Analysen des Historikers Lucien Febvre entstanden 1935, als
er im Auftrag der Straßburger Bank SOGENAL das Buch 'Der Rhein
und seine Geschichte' schrieb.
Lucien Febvre setzte sich damals das Ziel, eine «menschliche
Geschichte des Rheins zu erarbeiten».
(Lucien Febvre, Der Rhein und seine Geschichte, Frankfurt 1995, S. 92)
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